3 Tipps wie du die Angst überwindest, ein Aquarell zu ruinieren!

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Hast du auch das Problem, dass unter deinen Aquarellen Arbeiten sind die du nie richtig fertig gemalt hast?  Wo dir die ersten Farbaufträge hervorragend gelungen sind, danach aber der Mut gefehlt hat, das Bild zu vollenden. Deshalb weil du Angst hattest es zu ruinieren. 

Das passiert besonders häufig beim Aquarellieren durch die unkontrollierbaren Farbverläufe. Sie können eine Chance sein oder sich für den Malprozess ungünstig auswirken. 

Wie Anja, die Angst, ihre Aquarelle zu ruinieren überwand!

Das war kürzlich ein Thema zwischen mir und Anja, einer Hobbymalerin, die sehr gern Aquarelle erstellt. Anja hat mir erzählt, dass sie oft voller Schwung ein Aquarell anfängt und es dann für sie schwierig wird ihr Bild fertig zu stellen. Besonders dann, wenn ihr die ersten Farbverläufe sehr gut gelungen sind. Oft im weiteren Malprozess wird sie dann immer vorsichtiger und unsicherer um ihr Werk nicht wieder zu zerstören weil es ihr ja schon so gut gefällt.

Jedes Aquarell braucht zwischendurch eine Trocknungsphase um wieder weiterarbeiten zu können. Anja sagt, das sie nach einer erzwungenen Malpause nur wieder schwer den Einstieg in den Malprozess findet und die Verbindung zum Motiv. Ihre Anspannung behindere sie dabei, locker zu malen und das Werk mit der anfänglichen Leichtigkeit zu vollenden. Wenn sie mit dieser Belastung weiter male, meint Anja, wirken ihre Bilder meist danach verkrampft und erzwungen.

Was Anja mir erzählt ist nicht neu für mich, sondern ein Prozess den ich selbst durchgemacht habe. Ein so toll angefangenes Aquarell wird ruiniert durch die Unsicherheit mit der man weitermalt. Ebenso durch den Wunsch, dass es unbedingt gelingen müsse.

Um das zu vermeiden, hat Anja ihre gut angefangenen Aquarelle oft unfertig beiseite gelegt und nicht mehr weitergemalt. Was natürlich sehr schade ist. 

Weil Anspannung anstrengend ist und malen Spaß machen soll, habe ich ihr einige Tipps gegeben. 

Mit diesen Strategien konnte sie ihre Angst überwinden. Sie sagte mir, dass sie jetzt ihre Aquarelle bis zum Schluss mit Selbstsicherheit fertig malt und dass sie mit meinen Tipps sehr gut zurecht kommt.

Was mich wiederum sehr gefreut hat und mich motiviert hat, diesen Beitrag zu schreiben. 

Hier verrate ich dir, was ich ihr empfohlen habe und wie ich es mache. Mit diesen Techniken wird es auch dir gelingen alle deine Aquarelle zu vollenden und komplett fertig machen. 

 

1. Tipp – Serielles Malen

Wenn ich ein Aquarell beginne, trage ich Farbe auf, bis ich entscheide dass das Bild eine Trockenphase braucht. Der Zweck des Trocknens bei Aquarellen ist, danach weitere Farbschichten auftragen zu können. Um den Malprozess jetzt nicht zu unterbrechen, fange ich ein weiteres Aquarell mit dem gleichen Motiv an. Sind nun die ersten Farbschichten des zweiten Aquarells soweit das auch dieses erst mal trocknen muss, fange ich ein drittes Bild an. Also male ich drei gleiche Aquarelle des selben Motives. Manchmal sogar in verschiedenen Formaten.

Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise ist, dass ich das Gefühl habe ohne Unterbrechung an einem Motiv zu malen.

Außerdem habe ich die psychologische Stütze. Bei drei angefangenen Arbeiten ist die Chance größer, dass mindestens eines gelingen wird. So kann ich mutigere Pinselstriche riskieren weil ich ja noch zwei weitere angefangene Aquarelle habe falls diese Aktion fehlschlägt. 

Desweiteren wird mir das Motiv immer vertrauter und die Wahrnehmung verbessert sich. Auch das bringt mehr Sicherheit beim Malen und fördert den lockeren Malfluss. 

Aus Erfahrung weiß ich, dass das funktioniert.  

 

2. Tipp – Malübungen

Um mein Gehirn und Hand mit Pinsel auf ein Malprojekt einzustimmen, mache ich Malübungen. Dabei lasse ich die Aquarellfarben verlaufen und ineinander verschmelzen. Zugleich übe ich locker auf Zufälligkeiten zu reagieren. Außerdem regt es die Fantasie an.

Für mich sind Malübungen ein fantastisches Instrument um mich mental auf das Malen vorzubereiten. Egal ob es ein neues Malprojekt ist oder ob ich ein bereits angefangenes Bild weitermalen möchte. So finde ich leichter einen Weg zu einem Malprozess.

Wenn du gerne Videoanleitung für Malübungen ansehen möchtest komm in meine “Freie Malbibliothek”.

3. Tipp Tägliches Malen

Oft malen hilft, dass du sicherer wirst und Anspannung abbaust. Tägliches Mal-Training ist noch besser, um mutiges Malen zu fördern. Es entstehen immer öfter Bilder, die du kühn und beherzt malst und das merkst du auch an deinen fertigen Arbeiten.

 

Nicht jedes Bild wird ein Kunstwerk

Außerdem, wenn es dich beruhigt, auch bei sehr guten Künstlern ist nicht jedes Bild großartig und überragend. In Wahrheit ist es eher so, dass nur jedes 10. oder gar 15. Bild gelingt. Es ist immer nur eine Essenz der Arbeiten die besonders eindrucksvoll und hervorragend sein wird. Die meisten Bilder sind sehr gut und interessant, aber auch nur zufriedenstellend oder gar mittelmäßig. Dieses Wissen soll dir helfen nicht immer nach den perfekten zu streben, sondern es geschehen lassen und zufrieden zu sein mit dem was entsteht. Es ist doch nur ein Stück Papier das bemalt wird.

Mit diesen Tipps hoffe ich nun, fällt es dir leichter deine Aquarelle fertig zu malen. Wenn du noch einen Stapel unfertiger Aquarelle hast hole sie alle jetzt heraus und beginne damit sie zu vollenden. 

Wünsche dir viel Spaß dabei!

Deine Angela

PS: Komm in meine Facebook Gruppe. Dort gebe ich Tipps und Unterstützung für deine Aquarelle.

Auch dort kannst du deine unfertigen Aquarelle hochladen und um Rat fragen

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4 Kommentare

  1. Helga Lang

    Liebe Angela -große Klasse ,wer damit nicht Mut zum malen bekommt…….
    Ich glaub damit hast du sehr vielen Leuten die am Anfang stehen aber auch die schon fortgeschritten sind eine gute Grundlage gegeben ,sehr ,sehr gut formuliert !!!

    Antworten
    • Angela Tatli

      Danke liebe Helga, freue mich über sehr über deine Nachricht. Ja wie ich Elke schon geschrieben habe. Es sind Themen auf die mich andere bringen darüber zu schreiben. Ihre Nöte, Ängste und Fragen. Und ehrlich gesagt bewegen sie mich auch selbst. Aber im Gespräch mit anderen finde ich eben heraus, dass es nicht nur mir so geht, sondern auch anderen.

      Antworten
  2. Elke

    Hallo, liebe Angela,
    danke für diesen Beitrag, der Mut macht. Mir geht es oft genauso, umso wertvoller deine Tips!
    Ich finde, wenn ich gelöst bin, und nicht zu sehr meinen Kopf einschalte, male ich besser. So geschehen, kürzlich im Urlaub: Ich habe, ohne grosse Absicht ins Skizzenbuch gemalt, und das Ergebniss war gut.
    Liebe Grüsse
    Elke

    Antworten
    • Angela Tatli

      Liebe Elke, vielen Dank für deine Nachricht! Ich freue mich sehr darüber. Meist bringen mich Gespräche mit anderen Künstlerkollegen auf die Idee über bestimmte Themen zu schreiben. Es ist interessant was sie bewegt weil es meist viele andere auch anspricht und Lösungsansätze da weiterhelfen. Darüber freue ich mich! 🤩

      Antworten

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Angela Tatli

Aquarellistin, Artbloggerin und Kreativcoach

 

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