Augen zeichnen und malen mit Anleitungsvideo!

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Ein Blogbeitrag der dich bestimmt interessieren wird, wenn du gerne Gesichter modern und expressiv zeichnest und malst.

Aus den vielen Zuschriften meiner letzten veröffentlichten gemalten Portraits in Aquarell wurde ich jetzt öfter angesprochen, wie man Augen malen und zeichnen kann.

Es geht hier natürlich nicht um realistisch gemalte Gesichter und Augen, denn solche Anleitungen gibt es schon tausende im Internet. Denn dies ist ein Blog über moderne und expressive Aquarellmalerei.

Es ist ein super spannendes Thema, sodass ich gleich einen Beitrag darüber geschrieben habe. Dazu gibt es ein Video, in dem ich ein komplettes Portrait zeichne und in Aquarell male. So kannst du mir auch zuschauen wie ich die Augen sehr unkompliziert darstelle.

Am Ende des Beitrags findest du den Zugang zur “Freien Malbibliothek” und dort kannst du dir das Video ansehen!

 

Die Physionomie des Gesichtes kennen lernen

In der freien Malerei ist es nicht so wichtig, dass du alles ganz genau zeichnest und wiedergibst. Denn der Realismus ist hier nicht gefragt. Aber durch das Wissen wie die Realität aufgebaut ist, hast du nahezu eine grenzenlose Freiheit in der Darstellung für deine Bilder. Außerdem kannst du als Künstler dein Motiv nach belieben abstrahieren und verändern.

Erfahre wie ein Auge aufgebaut ist um es gut zeichnen zu können

Am allerwichtigsten ist es, zuerst mal zu verstehen wie ein Auge aufgebaut ist. Denn wenn du Augen zeichnen kannst, dann kannst du sie auch leichter malen und auch vollkommen anders interpretieren.

Hier gebe ich dir eine kurze und einfach veranschaulichte  Beschreibung über den Aufbau des Auges.

Im Grunde ist es ziemlich einfach. Stell dir vor, eine Kugel liegt auf einer glatten Oberfläche, z.B. auf einem Tisch. Und nun spanne ein Stück Stoff über diese Kugel ganz straff  und befestige  die Enden des Stoffes mit einer Reißzwecke auf dem Tisch, wie ein Zelt.  Jetzt siehst du, das unter dem gespanntem Stoff eine Kugel liegt. Genau auf dieser Kugel machst du jetzt mit einer Rasierklinge horizontal einen kurzen Schnitt. Aus diesem Schlitz kommt jetzt ein Stück der Kugel zum Vorschein. So ist das untere und das obere Augenlid entstanden. Zwischen dem Schlitz könntest du jetzt ein Stück der Pupille sehen. So wie es auch beim realistischen Auge ist. Du kannst nämlich die Pupille bei einem normalen Blick nach vorne nicht komplett sehen, sondern nur das Stück in der Mitte. Oben und unten ist die Pupille durch das untere und obere Augenlid abgeschnitten.

Hier habe ich eine ganz einfache Zeichnung von einem Auge gemacht. So hoffe ich, kannst du meine Erklärung von oben mit der Kugel und dem Stoff besser verstehen.

Was aber 100 % stimmen sollte ist, dass Augen immer synchron schauen. Ansonsten  schielt die Person die du malst.  Außer du versuchst bewusst Personen zu verzerren und ins witzige oder ins ulkige darzustellen. Wenn es passt, dann ist es okay, ansonsten nimmt dir der Betrachter deines Bildes dir deine Kunst nicht ab.

Deshalb gilt das synchrone Schauen und das versuche ich dir hier mit einer zweiten Zeichnung leicht verständlich zu zeigen. Ebenso eine Zeichnung über die Form der Augen.

 

 

Übrigens kannst du dir in meiner freien Malbibliothek einen kompletten Kanon des menschlichen Gesichts herunterladen. Es sind meine eigenen Zeichnungen von einem weiblichen Gesicht vom Profil und der Dreiviertelansicht von links und von rechts und eine Ansicht von vorne gezeichnet. Wie du in die Freien Malbibliothek kommst, kannst du am Ende des Artikels lesen.

 

Das Darstellen von Emotionsgeladenen Augen

Nicht nur der Mund, sondern auch die Augen können Bände sprechen. Sie können in einem Aquarell das Bindeglied zwischen Betrachter und gemalte Person sein. Wenn die porträtierte Person den Betrachter direkt ansieht, dann kann sogar eine stumme Kommunikation entstehen. 

Eine spannende Frage ist, wie kannst du solche Augen in einem Portrait  malen, sodass die Augen Emotionen ausstrahlen? Als Künstlerin finde ich es sehr spannend, Emotionen einzufangen und die Augen sprechen zu lassen. 

Denn Augen können Nachdenklichkeit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Erstaunen, Sehnsucht und viele andere Emotionen ausdrücken. Also etwas was der Mund nicht zu sagen braucht, das alleine von den Augen ausgestrahlt wird. Und genau das fesselt den Betrachter. 

Da spielen die Farbe, hell und dunkel Kontraste, Form der Augen und auch wo die Person hin schaut, eine große Rolle. Farben können Fröhlichkeit oder Bedrückung darstellen. 

So können helle leuchtende klare Farben den Augen lebensfrohe Stimmung geben.  Dunklere Farben und starke

 eher negative Emotionen wie Traurigkeit, Nachdenklichkeit und sogar Ärger ausdrücken. 

Wenn du eine Person malst, die in die Ferne blickt, kannst du Nachdenklichkeit und Sehnsucht  ausdrücken. Eine Person, die du als selbstbewusst war nimmst, blickt dich meist mit offenen wachen Augen direkt an.  

Ein lachendes und fröhliches Gesicht hat eher kleinere Augen mit Lachfältchen, weil der Mund sehr viel Raum einnimmt und die Gesichtsmuskulatur das untere Augenlid nach oben schiebt. Die Farben der Augen sind dann klar hell und leuchtend. Also Farben die wir selbst als positiv empfinden.

Traurigkeit,  Einsamkeit, Melancholie kannst du dadurch ausdrücken, dass das obere Augenlid die Pupille mehr verdeckt. Das obere Augenlid hängt dabei schlaffer nach unten  und die Augen wirken dann müder und trauriger. Du unterstreichst mit dunkler Farbe den Zustand und die Fläche des Augenweißes ist kleiner. Es müssen ja nicht immer große, seelische Schmerzen mit so einem Blick verbunden sein. Es kann vielleicht auch nur der Wunsch nach einer Tafel Schokolade sein, die die Person im Moment nicht essen darf, weil sie eine Diät macht. 

Oder wie sieht ein Mensch aus, der kurz davor ist zu weinen? Die Augen werden feuchter und die weißen Spitzlichter intensiver. Denn Spitzlichter suggerieren Feuchtigkeit im Auge.

Ärgerlichkeit  und  Wut schaffst du mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten und verkleinerten Augen. Auch hier ist nicht so viel von dem Augenweiß zu sehen. Charakteristisch ist ein verringerter  Abstand zwischen den Augen. Diesen Eindruck kannst du verstärken, indem du noch zwei Zornes-Fältchen zwischen die Augen malst.

Bei Überraschung und Schreck sind die Augen sehr weit geöffnet, sodass die Pupillen fast komplett zu sehen sind. Der schwarze Punkt in der Pupille ist auch sehr groß und es ist viel Augenweiß zu sehen. Die Augenbrauen rutschen dabei auch nach oben. 

Experimentieren mit Gesichtern

Gemalte Personen müssen nicht immer mit stillen Emotionen wie Sehnsucht, Traurigkeit Einsamkeit und so weiter dargestellt werden. 

Du kannst auch fröhliche Gesichter malen. Oder witzige und lustige gemalte und gezeichnete Gesichter. Die Form kann von der Realistischen komplett abweichen und eben verzerrt dargestellt werden, das heißt übertrieben und gleichzeitige ins Komische interpretiert. 

Sodass z.B. die Augen nur aus einer Pupille als ein großer dunkler Punkt definiert  ist, und nur aus einer einfachen Umrandung bestehen. 

Die Augen können aufgerissen oder stark zusammengekniffen, stark erschreckt, misstrauisch oder skeptisch dargestellt sein. Die Freiheit ist also grenzenlos. 

Oder du kannst eben eine ganz bewusst andere Darstellung des menschlichen Gesichts als eigenen Malstil entwickeln.

Das heißt, eben überzeichnen, übertreiben und verzerren.

Vielleicht mit übergroßen Augen und ganz anders gesetzte Augenbrauen oder mit verschiedenen Medien experimentieren. 

Die Augen von Gloria und Hanna

Ich persönlich mag es, Menschen so darzustellen, dass sie eher stille Emotionen ausdrücken. 

Z.B. Nachdenklichkeit, auch sehnsuchtsvolle Blicke, manchmal gemischt mit etwas Traurigkeit und Melancholie. Aber auch Selbstbewusstsein und Intelligenz. 

Warum ich solche Emotionen gerne male, hängt damit zusammen, dass sie große Geschichten erzählen können. 

Der Betrachter kann viel hineininterpretieren und findet sich vielleicht auch manchmal selbst darin wieder. Das kommt auch oft darauf an, in welcher Situation sich der Mensch selbst befindet.

Aber es ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Viele empfinden es vielleicht als bedrückend und schauen auch schnell wieder weg. 

Mir geht es so bei starken negativen Emotionen wie Schreien, Weinen und Wut. 

 

 

Das ist Gloria und Hanna. Zwei total unterschiedliche Frauen und Ausstrahlungen. 

Welches Portrait mit welcher Emotion gefällt dir besser? Schreib mir in den Kommentaren! 

Meine Intention ist es, Portraits zu malen die Emotionen ausdrücken. Nicht einfach nur Modepuppen mit schönen leeren Gesichtern, sondern Menschen, wie Du und Ich. Menschen die ich auf der Straße sehe, im Café treffe oder im Supermarkt in der Warteschlange an der Kasse stehend. Ich versuche diese Gesichter mit ihren Emotionen expressiv  zu interpretieren, das verstehe ich als meine Kunst. 

So habe ich z.B. Hanna entdeckt, als sie sich in einem Schuhgeschäft umgedreht hat und mit einem unglaublich herzlichen Lächeln jemanden angesehen hat. Ich fand sie sehr interessant mit ihrem Ausdruck, obwohl sich ihr Gesicht nicht durch besondere Schönheit ausgezeichnet hat.

Als ich zu Hause war, habe ich sie aus dem Gedächtnis aufs Papier gebracht. 

Das ist das Ergebnis siehe oben. 

In einem kleinen Video zeige ich dir wie ich Augen in Aquarell male

Natürlich musst du deinen eigenen Weg finden, wie du Gesichter und Augen malst. Aber zu deiner Inspiration habe ich ein Video gemacht. Hier zeige ich dir wie ich ein Portrait male mit tollen Augen. 

Schau es dir an!

Klicke auf den Button für mehr Info und komm in die Freie Malbibliothek und lass uns zusammen loslegen mit malen!

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Angela Tatli

Aquarellistin, Artbloggerin und Kreativcoach

 

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Bildformat: 70 x 50

300g Aquarellpapier

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