Anregungen wie du Licht und Schatten im Modernen Aquarell malen kannst!

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Geht es dir auch so, dass du verzaubert bist, wenn du ein Gemälde ansiehst mit einer schönen Lichtstimmung? Löst es in dir auch ein schönes Lebensgefühl, wie Ruhe und Enspannung oder einfach nur Freude aus?

Wenn mich ein Bild wegen der Lichtillusion fasziniert, kann ich mich kaum abwenden. In einer Impressionisten Ausstellung  habe ich auf einer Besucherbank länger als eine Stunde damit verbracht, ein Bild von Paul Cézanne zu betrachten und die Atmosphäre in mir aufzunehmen. Dabei war ich in guter Gesellschaft, denn auch andere Kunstinteressierte haben es mir gleichgetan.  

Wir Menschen lieben Licht! Es berührt unsere Sinne und Emotionen. Es anzusehen und  aufzunehmen, lässt uns entspannen und durchatmen.

Kein Wunder also, dass wir Künstler immer auf der Suche sind, nach den besten Tipps und Techniken um Licht und Schatten zu malen. Denn die Herausforderung ist, die Betrachter unserer Bilder zu beeindrucken und zu begeistern.

Jemand hat mal gesagt, “Wo viel Licht ist, ist starker Schatten”!  Ja, das war Johann Wolfgang von Goethe. Ein starkes Zitat, das mich immer daran erinnert, dass das Malen von maximaler Lichtillusion extrem dunkle Schatten braucht. Weil ich es liebe, Licht in meinen Aquarellen zu malen, habe ich angefangen zu untersuchen was starke Sonnenlicht Situationen erzeugt. 

Künstler malen Licht und Schatten um Stimmung zu erzeugen

Der Künstler bedient sich der Wirkung von Licht und Schatten, um Körper und Formen deutlicher zu modellieren und in ihrer Räumlichkeit zu betonen. Ebenso um eine ausdrucksvolle Stimmung zu erzeugen.

Die klassische Malerei zeigt dir viele Vorgehensweisen wie du Lichtsituationen überzeugend malen kannst. Da ist z.B. genaues Studieren von Schlagschatten, Tonwerten, reflektierendem Licht, Kanten, Formen, Farbtemperaturen und so weiter und so fort.  Es gibt aber noch andere Möglichkeiten in der Modernen Malerei um Licht darzustellen.

Interessant ist auch was Künstler in der noch weitern Vergangenheit für Techniken nutzten um Licht und Schatten zu malen. Und wie die zeitgenössische Malerei diese Methoden miteinbezieht.

 

Im Barock und der Renaissance wurden nicht wirklich Schatten gemalt, aber trotzdem Licht erzeugt!

In der Zeit des Barocks und der Renaissance  wirst du feststellen, dass Schatten in den Gemälden überhaupt nicht “wirklich” vorhanden sind.

Gemalt wurde mit dramatischem Ausdruck. Personen wurden in Szene gesetzt indem sie vor dunklen Hintergründen gemalt wurden. Mit diesem Verfahren sehen die Personen, optisch, sonnenbeleuchtet aus. Das berühmte Bild von Rembrandt van Rijn  “Saskia mit der roten Blume” zeigt diese Wirkung sehr eindrucksvoll.

Diese Malerei nennt man Hell-Dunkel Malerei.

Leonardo da Vinci und Jan Vermeer sind auch Vertreter dieser Malerei. Wenn du ihre Werke studierst, wirst du deutlich sehen was ich meine.

 

 

Licht und Schatten in der modernen Aquarellmalerei!

Beim Vergleich mit der Hell-Dunkel Maltechnik von Rembrandt und anderen Malern dieser Zeit, kann ich sehr viel Ähnlichkeit zur zeitgenössischen Aquarellmalerei finden. Dabei denke ich an die   “Positiv – Negativ” Technik, auch (Negativ Technik) “Ausspartechnik” genannt. Es ist eine Vorgehensweise in der gegenwärtigen Aquarellkunst um Licht und Schatten darzustellen. Dabei male ich Personen, die ich mit dunklem Hintergrund ausspare, die dann aussehen als wären sie beleuchtet. Siehe mein Aquarell unten von “Jenny”.

Oder ich male eine Häuserfassade so, als stände sie im Scheinwerferlicht. Schau dir mein Aquarell mit dem Fachwerkhaus an. Das Bild sieht sehr lichtdurchflutet aus. Oder ich male Sonnenschein, der sich als hellste Fläche im Wasser spiegelt. Siehe oben, mein Aquarell von einem stillen Venedigkanal. Eine Videoanleitung wie ich den Kanal gemalt habe findest du in meiner “Freien Malbibliothek”. Information darüber findest du weiter unten. 

Es gibt auch noch andere Methoden die Licht glaubwürdig erscheinen lassen.

 

Weitere Methoden um Licht und Schatten zu erzeugen im modernen Aquarell

Zum Beispiel nutze ich bestimmte Farben um den Lichteffekt zu unterstützen. Komplementäre Farben beleben sich gegenseitig. Auch das kannst du in meinem Aquarell von “Jenny” oben sehen. Hier habe ich mit den Komplementärfarben Gelb-Orange und Blau gearbeitet. Im Hintergrund habe ich dunkles Blau benutzt um das Licht in den rotblonden Haaren zu steigern.  

Ebenso durch stehen lassen von Papierweiß im Aquarell, auch Spitzlichter genannt. Diese erzeugen ein optisches Lichtgeflecht im gesamten Bild. Es entsteht ein Netzwerk von Sonnendurchflutetem glitzern im Bild.

 

Einen Lichtplan machen

Wenn es aber mal in meinem Motiv keine guten Lichtverhältnisse gibt, dann mache ich meine eigene Lichtinszenierung. Das ist dann mein eigener sogenannter Lichtplan.  Dabei male ich auch Beleuchtung, die in der Realität überhaupt nicht möglich wäre. Übertreibungen sind absolut erwünscht. Dazu gehört Mut. Aber dieser wird oft belohnt mit wunderschönen Interpretationen von Lichtbildern.

Das schöne an der Modernen Aquarellmalerei ist, das du sehr extravagant malen kannst. Fehler werden in den Bildern akzeptiert und sind sogar gewollt.

In diesem Beitrag habe ich dich nun durch Jahrhunderte der Malerei geführt.  Jetzt hoffe ich, dass ich dich Inspiriert habe und du Lust bekommen hast,  schöne Lichtaquarelle zu malen. Mit den Tipps in diesem Beitrag hast du ja einiges an Techniken die du ausprobieren kannst. Dabei wünsche ich dir viel Spaß.

 

In meiner “Freien Malbibliothek” kannst du dir das Video wie ich einen Venedigkanal (siehe Bild oben) in Echtzeit gemalt habe kostenfrei ansehen.

Klicke hier mehr Info über die “Freie Malbibliothek”! 

 

 

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Malen!

Deine

Angela

 

 

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4 Kommentare

  1. Feodora Schwieger

    Liebe Angela, Deine Erläuterungen sind sehr verständlich ausgeführt, da bekommt man doch gleich Lust den Pinsel zu schwingen! Ja, es ist wirklich so, ein kleiner Anstoss wirkt oftmals Wunder, nun es ist schon problematisch mit Licht und Schatten zu arbeiten, oftmals kommt es mit dem richtigen Mittelmass nicht so hin, mal ist es zu dunkel, mal zu viel ausgespart! Dennoch Danke dafür!

    Antworten
    • Angela Tatli

      Vielen Dank Feodora, für deine Nachricht! Ich freue mich wenn dir mein Beitrag gefällt und dich in deinem Schaffen unterstützt. LG Angela

      Antworten
  2. Christine Schrader

    Ein wunderbarer Beitrag zu einem spannenden Thema. Sehr schön die Bezüge zu bekannten Malern, zeitlichen Epochen und Bildern. Sehr anschaulich und sofort umsetzbar in das eigene Tun. Sehr schön auch, dass der Beitrag leicht verständlich geschrieben und nicht zu langatmig ist. Vielen Dank dafür Angela. Ich freue mich schon auf deine nächsten Beiträge.

    Antworten
    • Angela Tatli

      Liebe Christine, vielen Dank für deinen Kommentar und dein tolles Lob. Es macht mir viel Spaß zu schreiben. Und meine Motivation ist umso größer wenn es gut ankommt und nützlich ist für andere. Freue mich!!!

      Antworten

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Angela Tatli

Aquarellistin, Artbloggerin und Kreativcoach

 

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