3 Tipps zum Aquarell malen lernen!

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Zum Blogbeitrag: 3 Tipps zum Aquarelle malen lernen

 

Du möchtest gerne Aquarell malen lernen, aber dir fehlt oft die Zeit dafür? Oder du bist erst am Anfang deiner Künstlerkarriere? Oder du hast einfach zu wenig Kenntnisse über die Grundlagen der Malerei? Dann ist dieser Beitrag bestimmt Interessant für dich. Hier verrate ich dir drei einfache Tricks wie du deine Aquarelle verbessern kannst ohne viel über Kunsttheorie zu wissen. 

Kürzlich habe ich den Hobbymaler Uwe auf einer Kunstausstellung kennengelernt und bin mit ihm ins Gespräch gekommen. Er klang ein wenig frustriert und meinte, solche Aquarelle wie hier in dieser Ausstellung hängen, werde er nie malen lernen können.  Er meinte, er hätte immer schon gerne gezeichnet und gemalt, aber nie ausreichend Zeit dafür gefunden. Heute im Rentenalter sei er wahrscheinlich schon zu alt, um sich all das noch anzueignen. Er aquarelliere jetzt schon seit einer Weile, aber seine Bilder, behauptet er, wären langweilig und spießig. Daraufhin habe ich ihn gefragt, ob er mir seine Werke zeigen möchte. Und so kam es, dass er mir versprochen hat einige seiner Aquarelle per E-Mail zu schicken. Zwei Tage später hatte ich das Vergnügen seine Bilder zu sehen. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn es ist schon ein Vertrauensbeweis, wenn jemand  Kritik an seiner Malerei bekommen möchte.

Beim Betrachten seiner Werke stellte ich fest, dass seine Aquarelle gar nicht so schlecht waren. Ein Problem war, dass er den Schwerpunkt seiner Bilder meist in der Bildmitte platziert hatte.  Genau das habe ich ihm gesagt. Und dieser kleine einfache Tipp war so sensationell durchschlagend und erfolgreich, dass er mir wenig Zeit später richtig spannende Aquarelle zeigen konnte, weil er das beachtet hatte. Was beweist, man kann mit einfachen Tipps und Tricks schon sehr leicht Aquarell malen lernen. Obwohl bei Uwe kein großes Wissen über Grundlagen der Malerei vorhanden war, konnten schon kleine Anregungen helfen, seine Aquarelle stark zu verbessern. Uwe hat sich über die Tipps so gefreut, dass ich mich entschlossen habe, darüber einen Blogartikel zu schreiben, damit auch viele andere Kunstinteressierte daraus lernen bessere Bilder zu malen.

Hier verrate ich dir die 3 Tipps, die ich auch Uwe gegeben habe. 

1. Tipp: Lerne die Position des  Bildschwerpunkts in Aquarellen richtig malen und positionieren!

Den ersten Tipp den ich dir geben kann, damit du deine Aquarelle verbessern kannst, ist das Positionieren des Bildschwerpunktes. Eine gute Bildkomposition hilft schon aus einem mittelmäßigen Bild ein wirklich interessantes Werk zu machen. Jedes Bildnis braucht ein Interessenzentrum.

Aber was ist ein Bildschwerpunkt oder ein Interessenzentrum eigentlich?

Das ist der Teil im Bild wo du deine Geschichte erzählst. Dort wo etwas passiert. Z.B. Menschen die sich auf einem Platz oder auf der Straße treffen. Das kann eine Gruppe von Menschen sein die sich zufällig begegnen oder zusammenstehen und gestikulieren. Oder z.B. ein großes gelbes Haus, das dir besonders gut gefällt und das du in Szene setzen möchtest. Auch eine Blume die du betonen möchtest, weil sie die Schönste ist im ganzen Strauß…usw.

Dieser Bildschwerpunkt kann super hilfreich sein, wenn er an der richtigen Stelle ist und auch richtig betont wird. Arbeite diesen Schwerpunkt am Besten nicht in die Mitte einer Komposition, sondern lege ihn in die Seitenbereiche um Spannung zu erreichen. Du fragst  jetzt bestimmt, warum soll das Interessenzentrum in die Seitenbereiche? Das will ich dir erklären.

Lerne etwas über den goldenen Schnitt in gemalten Bildern

Es hat mit dem goldenen Schnitt zu tun. Es ist eine Gestaltungsregel die schon seit der Antike bekannt ist. Und kurz gesagt, es ist ein Leitmaß das wir Menschen als ausgewogen empfinden. Z.B. viele finden es angenehmer, wenn ein Blumenstrauß auf einem Tisch eher seitlicher steht als genau in der Mitte. Das ist ein emotionales Empfinden und nicht so recht zu erklären. Probiere es einmal aus wie es dir besser gefällt. 

Nun arbeite diesen Bildteil, der die meiste Aufmerksamkeit haben soll, mit stärkeren Kontrasten aus. Diese erhältst du durch einfachste Art, wenn du  sehr helle und sehr dunkle Farben nebeneinander malst. Das Auge des Betrachters springt sofort auf diese Auffälligkeiten. Dadurch erreichst du Aufmerksamkeit und Spannung in diesem Bereich. So eine Ausarbeitung weckt Interesse und zieht den Blick eines Betrachters an. 

Weiche Übergänge lege in Bildteile die weniger interessant sind. Sie sind weniger Augenfällig als starke Kontraste. 

2. Tipp: Lerne eine einfache Darstellung des Lichts im Aquarell malen.

 

Eine einfache Möglichkeit ein Aquarell mit Leben zu erfüllen, ist das Licht. Die Illusion von Licht malt man mit Schatten. Die allereinfachste Möglichkeit Licht auszudrücken, ist eine Seite dunkel zu malen und die andere hell zu lassen. Ein Beispiel ist dieses Bild mit dem Blumentopf an der Fensterbank, das ich einmal gemalt habe. Licht ist in diesem Bild nur durch Schatten entstanden. Es reicht auch aus, den Hintergrund einfach dunkler zu malen. Experimentiere ein wenig mit dunkler Farbe und probiere aus, wann sich der Sonnen- oder Lichteffekt einstellt. Über Licht und Schatten habe ich noch einen ausführlicheren Blogbeitrag geschrieben. 

 

 3. Lerne die Vereinfachung des Motives in deinen Aquarellen.

 

 Das Schöne an der Aquarellmalerei ist, dass man nicht genau beschreiben muss und alles genau abmalen und wiedergeben muss. Es ist sogar besser unfertiges stehen zu lassen. Die Spannung ist, dann ein Bild nicht fertig zu malen sondern den Betrachter anzuregen selbst die Lücken zu füllen.

 

 Dabei kann die Idee sein, nur ein Interessenzentrum zu malen und den restlichen Teil eines Werkes frei zu lassen. Nur mit kleinen hellen Farbflächen kannst man Übergänge schaffen von einer ausgearbeiteten Stelle zu den freien Plätzen im Bild. Solche Abstufungen mit kleinen Flächen, Strichen oder Farbspritzer geben der Komposition Zusammenhalt.   

Aquarelle malen lernen ist keine ganz leichte Aufgabe und gerade am Anfang produziert man viele misslungene Bilder. Meine Empfehlung ist, solche Werke nie wegzuwerfen. Du kannst sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal kritisch betrachten und viel daraus lernen. Aus solchen Werken kannst du auch sehen was du noch verbessern könntest und was ein Bild noch braucht um Spannung zu bekommen.  Meist sind solche Experimente sehr inspirativ und man kann daraus lernen. Da spreche ich aus Erfahrung.

 

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn du mir von deinen Erfolgen berichtest. Schreib mir in den Kommentaren. 

Deine 

Angela

 

PS: Ein Video wie Du ein Orchideen Aquarell expressiv mit den oben beschriebenen Tipps malen lernen kannst, findest Du kostenfrei in meiner “Freien Malbibliothek”!

 Schau hier unten wie du Zugang zur “Freien Malbibliothek” bekommst!

 

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5 Kommentare

  1. Annette Otto

    Ganz tolle Bilder- Respekt-
    Welchen Pinsel und Stärke verwendest du.
    LG Annette Otto

    Antworten
  2. Urs Romer

    Angela tolle Bilder – nützliche Tipps – du bist eine Meisterin der modernen Aquarelltechnik. Herzliche Grüsse

    Antworten
    • Angela Tatli

      Vielen Dank für dieses Lob und Feedback. Ich freue mich sehr darüber!!!

      Antworten
  3. Helga Lang

    Deine Bilder sind einfach zauberhaft und gekonnt -schönen Sonntag ,
    liebe Grüße
    Helga

    Antworten
    • Angela Tatli

      Liebe Helga, herzlichen Dank für dein Lob!!! Das ist Motivation pur. LG Angela

      Antworten

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